Die Reise in den Taman Negara fuehrte uns ueber mehrere Orte. Zuerst mussten wir eine 9-stuendige Busfahrt nach Kota Bharu "ueberleben" und danach noch eine 10-stuendige Zugfahrt (Preis: EUR 3,00 pro Person!) nach Jerantut durchstehen. So erlebten wir Malaysia und seine Bewohner hautnah, da wir aufgrund der Monsum-Zeit (den wir auch erlebten) einige der wenigen Touristen waren.
Bis wir endlich unser Resort erreichten, mussten wir zuerst noch 3 Stunden in einem Boot nach Kuala Tahan fahren.

Als wir das Resort dann "endlich" erreichten, stellten wir fest, dass wir die einzigen Touristen in diesem grossen Feriendorf waren. Alle anderen Touristen waren in den uebrigen Resorts.
Am ersten Abend fuehlten wir uns sehr einsam und verlassen, da das Personal nicht freundlich war, wir beim Essen alleine waren und die Nacht nur von Tiergeraueschen erfuellt war.
Wir hatten ein eigenes "Malay-House" in dem wir es uns gemuetlich machen konnten. Der Ausblick von dort war ein Traum. Nur die pure Wildnis und das Rauschen des Flusses war zu hoeren und sehen.

Der Taman Negara ist mit seinen 130 Millionen Jahren der aelteste Regenwald der Welt. Ein Teil davon ist geschuetzt, sprich ein Nationalpark, und der andere wird bewohnt - von Einheimischen und Touristen.
Wir hatten ein Package gebucht in dem folgende Touren inkludiert waren. (Da wir die Einzigen waren, hatten wir, wie auf Penang, einen "private guide")
Am ersten Tag fuehrte uns Zam, unser Guide, auf einen "Huegel". Was wir als leichten Marsch erwarteten, stellte sich als sehr anstrengende Klettertour heraus. Alle zwei Minuten musste Zam auf uns warten, doch wir schafften es sogar in der kurzen Zeit von 1 Stunde! Waehrend des Aufstiegs erklaerte uns Zam, unser im Regenwald aufgewachsener Naturbursch, viele Pflanzen und deren nuetzlichen Funktionen. Nun koennen wir problemlos im Regenwald ueberleben! :-)
Am Nachmittag fuhren wir zur laengsten Haengebruecke der Welt. In 40 m Hoehe und ueber 400 Meter lang erstreckte sich der "Weg" durch die hohen Baeume des Regenwaldes. Es war ein grossartiges Erlebenis.
Spaeter machten wir noch "Rapids Shooting". In Langbooten duest man stromabwaerts durch den Fluss und wird dabei nicht nur nass, sondern "pflaetschnass". Eine Touristen-Beschaeftigung, die sehr viel Spass macht!

Dann zeigte uns Zam noch die "Farben der Natur". Bei uns gibt es nur rote Steine, doch in Malaysia findet man jede erdenkliche Farbe. Wir bemalten unsere Gesichter, Beine...
Es machte wieder einmal sehr viel Spass.
Den Abend verbrachten wir mir Zam und seinem Kollege Azri in Kuala Tahan. Die beiden spielten wunderschoene Melodien (irre!), aber auch Lieder, die Stefanie mitsingen konnte. Wir hatten es sehr gemuetlich.
Danach brachten sie uns mit einem Boot in der Dunkelheit zurueck ins Resort. So einen Sternenhimmel haben wir noch nie gesehen. Man konnte ihn zwar nicht fotografieren, aber dieses Bild wird fuer immer in unserer Erinnerung bleiben.

Am zweiten Tag erwartete uns schon wieder ein "leichter" Marsch. Ueber Stock, Stein, Wurzeln und Wasser fuehrte uns der rutschige und schwierige Weg zu einem mikrigen Wasserfaellchen. Das Blut an Debby's Bein (siehe Foto) kommt von den eckligen Blutegeln, genannt Leetch, die uns regelrecht ueberfallen haben. 6 km lang liefen und stolperten wir und kamen wieder einmal total verschwitzt und dreckig zu Hause an.

Am Nachmittag besuchten wir die "Orang Asli". Die Ureinwohner des Regenwaldes leben hier schon seit Generationen und leben heute noch von der Jagd. Sie zeigten uns wie sie Feuer machen und wie sie ihre Waffen herstellen. Obwohl sie dafuer bezahlt werden Touristen zu empfangen, war es uns unangenehm sie zu fotografieren und dadurch ihre nicht vorhandene Privatsphaere zu zerstoeren. Wir wurden zum Fotografieren gezwungen!
Was uns am meisten schockierte war der Muell, der ueberall herum lag. Man koennte wirklich meinen, dass Leute, die von und mit der Natur leben, besser auf die Umwelt acht geben.

Der anfaengliche Schock wurde schnell vergessen und das Abschiednehmen fiel doch nicht so leicht.
Es war eine eindrucksvolle, interessante und vollkommen neue Erfahrung fuer uns, die wir nun nicht mehr missen moechten.